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Ohne Filter Podcast: Baumgartner über Freundschaft & WM

In der zweiten Folge von „Ohne Filter“ sprechen Johnny Hofer und Michi Gregoritsch mit Christoph „Baumi“ Baumgartner über Themen, die weit über Taktik und Tabelle hinausgehen: Vorbilder, echte Freundschaften im Profifußball, den Stellenwert des Dialekts in der Fremde – und natürlich die bevorstehende Fußball-WM in den USA.

David Alaba: Mehr als ein Mitspieler

Wenn Baumgartner über David Alaba spricht, klingt das nicht nach Höflichkeitsfloskel. Für seine Matura-Arbeit verwendete er Alaba als Fallbeispiel für physische Belastung im Profifußball – heute telefoniert er regelmäßig mit ihm. Alaba sei der Beweis, dass man Vorbilder haben kann, auch wenn man selbst längst eines ist. Gregoritsch bestätigt das: Alaba habe ihm gezeigt, dass man eine Mannschaft führen kann, ohne ständig der Lauteste zu sein. Der größte österreichische Fußballer aller Zeiten sei gleichzeitig der gemütlichste Mensch im Team – und genau das erde die ganze Truppe.

Das Tor, das alles veränderte

Michis Treffer gegen Bosnien, der Österreich nach 28 Jahren zurück zur WM brachte, war mehr als ein Tor. Für Baumgartner war es der Moment, in dem sein bester Freund im Fußball endlich die Anerkennung bekam, die er seit Jahren verdient. „Ich habe es nicht gepackt, wie sehr ich mich für ihn gefreut habe“, sagt Baumgartner. Gregoritsch selbst erzählt, wie er danach in die Kamera schrie: „Ich bin da!“ – ein Statement nach Jahren, in denen er immer wieder abgeschrieben wurde.

Spiegelselfies und erste Einberufungen

Beide erinnern sich lebhaft an ihre ersten Schritte im Nationalteam. Baumgartner beschreibt, wie er als Teenager ins Zimmer ging, das Puma-Outfit anzog und zehn Minuten Spiegelselfies machte. Gregoritsch wurde in der damaligen BNZ-Liga entdeckt – beim selben Lehrgang war bereits Michi Zeischka dabei, heute Masseur und Golf-Buddy im A-Team. Diese Kontinuität prägt den besonderen Zusammenhalt der Mannschaft.

Warum Freundschaften im Nationalteam anders sind

Eine der spannendsten Erkenntnisse der Folge: Echte Freundschaften entstehen im Nationalteam leichter als im Verein. Baumgartner bringt es auf den Punkt – bei seiner Hochzeit waren mehr Teamkollegen vom Nationalteam als von allen Vereinen zusammen. Gregoritsch erklärt das mit Kultur und Zeit: Im Nationalteam verbringe man 50 Tage pro Jahr Tag und Nacht aufeinander, während man im Verein außerhalb des Platzes maximal zweieinhalb Stunden täglich zusammen sei. Dazu komme der gemeinsame Dialekt, die gemeinsame Herkunft – das verbinde einfach anders.

Der Dialekt als Heimat

Beide Spieler haben gelernt, zwischen Hochdeutsch und Dialekt zu wechseln – für Pressekonferenzen und Bild-Zeitung das eine, untereinander und mit der Familie das andere. Für Baumgartner fühlte sich das am Anfang in Deutschland seltsam an: „Du kommst dir blöd vor, wenn du plötzlich Hochdeutsch redest.“ Umso wertvoller sei es, beim Nationalteam wieder Dialekt sprechen zu können. Es ist mehr als Sprache – es ist ein Stück Identität.

WM 2026: Das Kribbeln ist da

Die WM in den USA ist das große Thema, das über allem schwebt. Gregoritsch hat sich bereits einen WM-Ball gekauft, den er bis zum Turnierstart in seiner Wohnung liegen haben will – um das Gefühl aufrechtzuerhalten. Baumgartner betont, dass Österreich nicht nur dabei sein will, sondern eine echte Rolle spielen möchte: „Wir wollen zeigen, dass wir nicht nur die ohne Kängurus sind, sondern dass wir wirklich kicken können.“ Die Mannschaft bringt etwas mit, das man nicht trainieren kann: echte Freundschaft, bedingungsloses Vertrauen und eine Leidenschaft, die man spürt.

Die zweite Folge von „Ohne Filter“ zeigt, warum dieser Podcast mehr ist als ein weiterer Fußball-Talk: Es geht um die Menschen hinter den Trikots, um die Momente, die bleiben, und um einen Teamspirit, der in dieser Form einzigartig ist. Die WM wird zeigen, wie weit er tragen kann.