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Warum ist The Walking Dead so beliebt?

6 Serien, unzählige Charaktere und Fans weltweit. The Walking Dead begeistert seit 2012 Zuschauer. Aber warum resoniert The Walking Dead so sehr und sticht unter einer Masse von Zombiegeschichten raus?

Geschichte zu The Walking Dead

Am 11.05.2012 läuft die erste Folge The Walking Dead auf AMC. Entwickelt wurde die Serie von Frank Darabont, bekannt für den Filmklassiker „The Shawshank Redemption“. Die Serie basiert auf den Comics von Robert Kirkman, Tony Moore und Charlie Adlard, die von 2003 bis 2019 veröffentlicht wurden. Das Zombiedesign wird von Regisseur und Maskenbildner Greg Nicotero erstellt, der einzigartige Zombies zum Leben bringt. 12 Jahre, 4 Showrunner und 11 Staffeln später ist The Walking Dead nicht mehr nur eine Serie, sondern ein eigenes Universum mit Serien zu tragenden Charakteren wie Maggie, Daryl oder den neuen Abenteuern von Rick und Michonne.

Ein starker Start

Die erste Folge „Days Gone By“ wirft uns direkt ins Geschehen, Rick Grimes wacht alleine in einem mit Zombies – oder Walkers wie sie im TWD-Universum bekannt sind – überlaufenen Krankenhaus auf. Durch ihn lernen wir die Welt von The Walking Dead kennen, so wie Rick nimmt die Zuschauerschaft Unmengen neuer Informationen auf und findet sich in der Welt zurecht. Der Fokus auf Rick und seine prekäre Lage lässt Sympathie aufhorchen, man fühlt sich ihm und seiner Geschichte verbunden. Diese erste Folge wird von vielen Fans als die beste Folge jemals betitelt und wird von einer mehr als soliden ersten Staffel gefolgt. Die Welt um Rick wird größer und eine Gruppe von Überlebenden wird zu einer Familie, mit der man durch dick und dünn geht. Dieses Fundament baut ein Grundgerüst, auf welches die anderen Staffeln aufbauen konnten, durch die emotionale Bindung in das Schicksal der Protagonisten konnte man anderen Zombieserien einen Schritt voraus sein. Dazu kommt noch, das The Walking Dead den Zombie Hype erst wieder ausgelöst hat und dadurch für die breite Masse das Original war.

Familiebände

Auf dem Gerüst der ersten Staffel konnten die folgenden Outings auf bisherigen Favoriten unter dem Cast aufbauen und neue Gesichter hinzufügen. Am Ende des Tages steht und fällt alles mit den Protagonisten denen wir folgen, die interessanteste Geschichte verliert ihren Wert, wenn die tragenden Figuren und deren Schicksale einen unberührt lassen. Hier liegt die Stärke von The Walking Dead. In kaum einer Serie fühlt man die innere Welt seiner Charaktere wie die in The Walking Dead. Man spürt regelrecht die Verzweiflung, die Sehnsucht nach der Welt wie sie einmal war. Zusammen mit den Figuren schlittern wir immer weiter in moralische Abgründe, verteidigen aber die Taten unserer Helden genauso wie sich die Charaktere ihre Vorgehensweise rechtfertigen. Die Figuren fühlen sich wie echte Menschen an. Frisch gehalten wird dieses Konzept durch eine ständige Rotation. In der Apokalypse kann jeder Tag dein letzter sein. Das Herz der Zuschauer wird wiederholt gebrochen, wenn der Lieblingscharakter brutal von Zombies aufgefressen wird. Die Tode sind aber nicht nur brutal, sie liefern immer gravitas und erinnern, dass es sich hierbei um Menschen handelt, die in eine Situation geworfen worden sind, die sie weder wollen noch kontrollieren können. Man teilt das Leid der Charaktere und wird zu einem Teil der Gruppe. 


Aber nicht nur unsere Helden lassen bleibenden Eindruck bei den Zuschauern. Die Bösewichte in The Walking Dead sind ikonisch. The Governor ist eine fatale Präsenz in der Welt unserer Protagonisten und zeigt ihnen das die alten Spielregeln nicht mehr gelten. Vertrauen und gemeinsame Werte gibt es nicht mehr, jeder hat seine Menschlichkeit verloren und kämpft nur für sich. Er prägt Rick und seine Gruppe immens und verändert ihre Sichtweise für immer. Negan ist wohl der bekannteste The Walking Dead Bösewicht. Der Showman schlichtweg begeht furchtbare Gräueltaten, bleibt aber trotz dessen sympathisch, seine Sichtweise ist nachvollziehbar, obwohl man als Zuschauer gegen ihn wettert.


Die Konflikte mit anderen Gruppen und den Zombies fordern ihren Tribut, so wie bei „Game of Thrones“ kann jeder Charakter jederzeit sterben. Freude, Hass, Liebe und Tumulte werden mit der Gruppe geteilt, die emotionale Bindung zu den Charakteren bildet das Fundament für die Popularität von The Walking Dead.

Die Postapokalypstische Fantasie

Ein wesentlicher Punkt, der neben den Charakteren The Walking Dead so beliebt macht, ist die Fantasie der Postapokalypse. Die Idee die Welt geht unter, alle Normen brechen und wir überleben in einer Welt, in der es keine Regeln mehr gibt, fasziniert die Menschheit seit jeher.. Zahllose Filme, Serien und Bücher zu dem Thema beweisen das die Idee, zumindest als Fantasiewelt, Anspruch findet. Vielleicht ein bisschen der Wunsch zum Ursprung zurückzukehren, ist diese Idee jedem das ein oder andere Mal in den Sinn bekommen. Viele überlegen sich Theorien wie sie in so einem Fall überleben würden, in extremen Fällen sind einige sogar überzeugt das Ende der Welt steht vor der Tür und bereiten sich darauf vor. In The Walking Dead folgt man einer Gruppe, die kurz nach dem Weltuntergang versucht in der Postapokalypse zu bestehen. Der Zuschauer versetzt sich vollkommen in das Szenario ein und evaluiert die Überlebenstaktiken der Figuren. Die Postapokalyptische Fantasie wird bis ins kleinste Detail ausgespielt. Die Idee hinter den Comics war es nämlich eine apokalyptische Geschichte zu schreiben die niemals aufhört. Viele Geschichten zeigen den Anfang und enden, wenn die Charaktere Sicherheit finden, meint Kirkman, für ihn sei das aber erst der Beginn. Das wirklich interessante kommt seiner Meinung nach erst, wenn man die Langzeiteffekte der Apokalypse auf die Figuren merkt. Die Entwicklung der Figuren über Staffeln hinweg und ihr Weltbild sind einer der wichtigen Merkmale der Serien. Philosophie und Moral sind ein Kernpunkt der Serie und bilden das überwiegende Thema des Werks. Wie weit kann man gehen, um zu überleben, und gibt es überhaupt einen Grund zu überleben, wenn jeder nur für sich selbst kämpft? Das sind die zentralen Fragen, die sich The Walking Dead stellt.

Fazit

The Walking Dead ist so populär da es seinen Fokus auf die Charaktere und deren innere Welt setzt, untersucht wie die äußere Welt die innere beeinflusst, und philosophische Fragen stellt. Die starken Charaktere, die Bindung zu ihnen und die Konflikte mit den Zombies sowie mit anderen Menschen bauen einen Mix, der zusammen mit dem spannenden Thema der Apokalypse verpackt zu einem einzigartigen Erlebnis für die Zuschauer wird.